1. Liebe Sportfans,

    jeder leidenschaftliche Sportfan kennt sie - Momente oder Highlights der Sport-Geschichte, die einem Gänsehaut, Herzrasen, Freudenschreie oder bittere Tränen (oder Freudentränen) bescherten und bei denen man den Atem angehalten hat oder am ganzen Körper vor Spannung zitterte, sich mit Freunden in den Armen lag usw. An die man immer wieder gerne zurückdenkt und sie bei Youtube oder in Videos rauf und runter schaut. Seien es Tore, Treffer, Punkte in letzter Sekunde, die Meisterschaften oder Turniere entschieden haben oder legendäre, dramatische, sensationelle, spannende, überraschende, niemals für möglich gehaltene Wendungen oder Ereignisse in verschiedenen Sportarten, die für einen selbst immer unvergessen bleiben werden, die einen sogar vielleicht geprägt haben im Leben. Momente des (Lieblings-)Sports, an die man sich immer wieder gerne oder ungern (wenn es die eigene Lieblingsmannschaft/den eigenen Lieblingssportler negativ betrifft) erinnert. "Weißt du noch...? Erinnerst du dich als...? "Für solche Momente muss man den Sport einfach lieben!"

    Wir wollen wissen - welche Momente haben euch geprägt, welche bleiben für immer in eurer Erinnerung?

    Macht mit bei der Wahl zu den Sportmomenten für die Ewigkeit! Alles weitere findet im entsprechenden Thread im Community-Bereich unter den Foren-Events. Wir freuen uns über eure Teilnahme!

    Viele Grüße
    Euer Administratoren-Team
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Russland/China Thread... ein langer Weg zur Demokratie?!

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von victory, 13. August 2008.

  1. RightyRight

    RightyRight Auswerter

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    „Die U.S. Geheimdienste werden schon mehr über den Cyber Angriff wissen als sie öffentlich Preis geben, sonst würden sie nicht soweit gehen (Diskussion mit Kaelin)...“ und jetzt „May wird schon mehr wissen...“. Das sind keine Argumente (und btw nichts wert in einem Diskussionsforum). Hier wurde gerade ein absoluter Nobody, der seit Jahren kein Schwein mehr interessiert und irgendwann in den 90er sowas wie Relevanz hatte, von einem ehem. Sowjet Gift vergiftet, dass in Russland nicht mehr produziert wird und unter westlicher Kontrolle in den 90ern vernichtet wurde. Ich zweifel nicht daran, dass beispielsweise die Russen ihren Agenten immer mal wieder klar machen wollen was mit Verrätern passiert. Aber May sollte besser ihr „mehr an Wissen“ der Öffentlichkeit Preis geben, bevor sie mit ihren Ultimaten umsich wirft. Bei lächerlichen 24 h Zeit zu einer Reaktion (ohne, dass die Russen selbst in die Ermittlungen mit einbezogen werden), sollte/müsste sie sich ja zu 100% sicher sein. Der Verweis darauf, dass es auch nur aus russischer Hand/Aufbewahrung kommen kann, lässt mich aber daran zweifeln, dass mehr als das Gift selbst bekannt ist - und das ist alles, nur kein überzeugender Beweis.
     
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  2. Joe Berry

    Joe Berry Kosmopolitische NBA-Koryphäe

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    Ich verstehe diese Appeasement Haltung gegenüber Putin überhaupt nicht. Der macht seit Jahren was er will und das quasi ohne Konsequenzen. Georgien, Ukraine angegriffen, in Syrien Assad & den Konflikt im Land am Leben gehalten, er lässt Flugzeuge abschießen, Leute vergiften, politische Gegner und Journalisten in Maßen ermorden und Wahlen im Westen manipulieren.
    Ich habe mich ehrlich gewundert, dass Obama nicht schärfer auf die versuchte Wahlmanipulation & Wahlbeeinflussung durch die Bots reagiert hat (sie wussten seit Mitte 2016 davon), er hatte sich bewusst dagegen entschieden um die Wahl nicht zu gefährden. Ein Fehler im Nachhinein, man muss Putin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in die Schranken weisen, sonst wird der immer weiter seine Grenzen ausloten, da er das Nixtun/Zögern des Westens auf seine Aktionen als Schwäche auslegt. Der Druck von außen und auf die russische Wirtschaft muss hoch gehalten & verschärft werden, damit die Russen mal einen neuen Diktator ran lassen der offener für rationale Argumente ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2018
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  3. gosy

    gosy Stammspieler

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    Russland ist auf den Weg in die Steinzeit . Das Land ist so unsympathisch geworden . Lügen, Leuten und täuschen.
    Am Sonntag wird gewählt ...lach
     
  4. Mr Big Shot

    Mr Big Shot Stammspieler

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    Vorallem, warum haben sie diesen Spion dann nicht kalt gemacht als er in Russland im Gefängnis saß? Ergibt keinen Sinn.
     
  5. RightyRight

    RightyRight Auswerter

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    Ich lese die ganzen anderen Punkte gar nicht mehr durch, aber erzähl mir mal bitte was von Georgien. Erzähl mir bitte wo gerade der damalige Georgische Präsident verweilt, unter dessen Führung der ganze Konflikt eskaliert ist, und was er seit damals gemacht hat. Eine kleine Hilfe:

    [​IMG]

    In Georgien wird er per Haftbefehl gesucht. Unter dem Euro Buddy Poroshenko ist er erst als Held und Anti Russland Kämpfer eingebürgert und mittlerweile als Verrückter des Landes verwiesen worden (nochmal, wir reden hier von einem ehem. Staatsoberhaupt). Hier wird dann aber Georgien als klare Angelegenheit angeführt. Nach knapp einem Jahrzehnt braucht man diese Thematik auch gar nicht mehr differenziert zu betrachten. Wie tief und wo Saakashvili seine Hände drin hatte, war damals nicht ganz klar. Heute spielt es überhaupt keine Rolle. Die Russen haben Georgien überfallen, wie sie auch die Ukraine überfallen haben usw usf. Willkommen im Kalten Krieg.
     
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  6. Le Freaque

    Le Freaque Moderator

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    Nun ja, Saakashvili ist eine zeimlich undurschaubere Person. Je nach Quelle ist er entweder ein korrupter und von EItelkeit getriebener Egospinner oder eben der Held, der versucht hat, Georgien eben von Korruption zu befreien. Wahrscheinlich stimmen beide Lesarten nicht wirklich.
    Was den kalten Krieg angeht: das ist so, definitiv. Die Rethorik gegenüber Russland hat sich ja schon mindestens zwei Jahre vor Krim und Ukraine ganz stark in diese Richtung gedreht, gerade auch medial und da quasi flächendeckend. Relativ plötzlich war der Iwan wieder das personifizierte Böse, ohne das damals ganz große Konflikte oder Krisen auszumachen waren, an denen man das hätte festmachen können. Das fiel mir damals schon auf und bis heute wird das in praktisch allen Lebensbereichen von Sport bis Eurovision Song Contest gnadenlos durchgezogen, von Bild bis Spiegel. Wenn eine derartige Einmütigkeit und Einseitigkeit dargeboten wird, werde ich persönlich immer etwas unangenehm hellhörig und denke mir: irgendwas stimmt da doch nicht.
    Um es nochmal klarzustellen: natürlich bricht Putin permanent aus nationalen Interessen das Völkerrecht, ganz sicher bringt der KGB Menschen um und versucht Wahlen zu manipulieren, keine Frage, dass massives Doping vom Staat als Mittel der Politik mindestens gedeckt wird und zweifellos gibt es in Russland gewaltbereite Nationalisten, die mit illegalen Waffen Angst und Schrecken verbreiten.
    Es gibt keinen einzigen Grund, da irgendwas zu beschönigen oder Putin gegen irgendeinen Vorwurf in Schutz zu nehmen. Der Mann ist der Gegenentwurf zu einem empathischen Menschen, der auf Verständigung aus ist.
    Was mich aber massivst stört ist die Berichterstattung seit einingen Jahren, die suggeriert, dass das ein Alleinstellungsmerkmal des bösen Russen an sich wäre, denn das ist es nun sicher nicht. Die russische Regierung vertritt ohne Rücksicht auf Verluste ihre ureigenen Interessen und der Gehemdienst tut Dinge, die Geheimdienste nun einmal so tun. Das macht jedes Land in sehr ähnlicher Form, jedes in dem Rahmen, den es sich international leisten kann. Die Chinesen sind da nicht besser, die Amerikaner nicht und "wir" letzten Endes auch nicht. Diese Machenschaften sind alle ganz schlimm, keine Frage, aber die Einseitigkeit, die politisch und journalistisch in klarer Kampflinie seit Jahren beschritten wird, geht mir ganz schön auf den Sack.
    Sind die Russen unter Putin böse? Ganz sicher. Sind wir im Westen die Guten, die ganz anders denken und handeln? Ganz sicher nicht. Wir sind nicht die Guten, auch unsere Geheimdienste bringen Menschen um oder schauen interessengesteuert dabei zu, wie Menschen umgebracht werden. Auch wir sche*ssen auf das Völkerrecht, helfen beim Sturz von Regierungen, wenn es uns etwas bringt, liefern den schlimmsten Menschenschlächtern jede erdenkliche Waffe und vertuschen Doping, wenn das Gold für Deutschland zu wichtig fürs Prestige war. Schon immer, wird sich auch nie ändern. So verfahren Staaten nun einmal. Wenn aber so getan wird, als gäbe es nur eine böse Seite und die andere wäre (obwohl sie durchaus ähnlich agiert) dem Wohle der Menschheit verpflichtet. Wenn Politik und Medien dabei in beinahe unheimlicher Einigkeit permanent auf einer Welle funken, die ein klares Lagerdenken suggeriert - dann nennt man sowas, glaube ich, kalter Krieg.
     
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  7. Burns

    Burns Bankspieler

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    Hatte eigentlich keine große Lust mehr hier zu schreiben, aber der Beitrag von LeFreaque spricht mir aus der Seele und ist genau das, was ich auch die letzten Jahre beobachtet und kritisiert habe. Danke dafür :thumb:
     
  8. RightyRight

    RightyRight Auswerter

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    @Le Freaque

    Shaakashvili hat direkt Politik gegen die Ukrainische Regierung gemacht, Sprich Poroshenko ("er ist Teil des alten System", "er unterstützt die Korruption", "das Parlament ist korrupt", "er ist mein politischer Feind"). Er hat den Schokoladenkönig ziemlich konkret als Verbrecher dargestellt und wurde dann aus dem Weg geräumt. Ich brauche mir nicht gross vorzustellen, dass dieser Umgang unter gleichen Umständen in Russland, einen riesen Shitstorm ausgelöst hätte. Von wegen die Opposition wird mundtot gemacht und dergleichen. Der Westen hat seine Abschiebung nicht gross zum Thema gemacht, wieso auch? Man hat sich ja mit beiden ins Bett gelegt. Und genau das ist mein Problem. Wenn es den eigenen Interessen dient, paktiert man mit den Saudis, Kataris, Hussein, Erdogan, Putin, Terroristen aka gemässigten Rebellen oder eben korrupten Milliardären. Moral oder irgendwelche Werte interessieren erst einmal niemanden. Das ist dann Realpolitik im Fachjargon... Wenn der Putin, der als best Buddy der deutschen Regierung nicht anders tickte als jetzt, plötzlich nicht mehr mitspielt, wird 24/7 über den bösen Russen berichtet und für die Joe Berrys dieser Welt, ist dann alles klar. Ukraine, Georgien, Syrien usw. an allem waren die bösen Russen schuld. Shaakashvili hat klare Punkte geäussert. Also entweder hat er mit dem was er sagt recht oder eben nicht. Einen Mittelweg wie Du schreibst, sehe ich hier nicht. Das waren keine Banalitäten und der Umgang mit ihm war ebenso wenig zimperlich. Aber nochmal, ins Detail gehen will und wird man hier nicht. Am Ende merkt auch der Bürger mit wem man da eigentlich die Hände geschüttelt hat...
     
  9. Tuco

    Tuco MVP

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    Guter Artikel zur Lage in Russland, wie ich finde:





    Da ist ja sicher viel wahres dran. Was mich an dieser Argumentationslinie aber immer wieder ganz massiv stört: letztlich ist es genau die gleiche Art von "Whataboutism", die von vielen Leuten, die dies vertreten, an anderer Stelle mit Recht kritisiert wird. Das ist dann ebenso eine Art fragwürdiger Doppelmoral.

    Klar, in Bezug auf die Außenpolitik war "der Westen" oft genug ähnlich rücksichtslos wie Russland, allen voran die USA. Wenn man das isoliert betrachtet und die Innenpolitik dabei komplett ignoriert, verharmlost man nur ein Regime wie das von Putin ganz beträchtlich: Die zarte Blüte der Demokratie in Russland wurde seit seiner ersten Amtsübernahme im Laufe der Zeit zu einer reinen Farce, Pressefreiheit gibt es nur noch in der Theorie, Oppositionelle und andere unliebsame Personen werden willkürlich eingebuchtet oder kommen unter mysteriösen Umständen ums Leben, Minderheiten wie Homosexuelle werden stark diskriminiert. Das kann man doch alles nicht einfach so ausblenden, wenn man sich über die angeblich "unfaire" Berichterstattung über Russland beschwert.

    Wenn sowas aus der rechten Ecke kommt, kann ich es auch gut nachvollziehen - AfD, FPÖ, Front National und so weiter sind ja allesamt sehr große Putin-Fans, bei denen manche etliches in ihren Ländern wahrscheinlich sehr gerne ähnlich umsetzen würden, wenn sie könnten. Wenn es aber von einer Position links der Mitte kommt, frage ich mich schon, wie genau da hingesehen wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2018
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  10. TraveCortex

    TraveCortex All-Star

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    Georgien wurde hier schon angesprochen und auch Ukraine und Syrien sind ja wohl etwas komplizierter. Im Nachhinein wird auch stets ausgeblendet, dass die Amerikaner zuerst in Syrien gebombt haben und die Inititalzündung gegeben haben.

    Das liegt daran, dass Russland zu diesem Zeitpunkt anfing, sich in Bezug auf die Öl-Dollar-Kopplung unabhängig zu machen - jedes Öl-Geschäft muss in Dollar abgewickelt werden, so lief es viele Jahrzehnte (jetzt versuchen auch andere Länder wie China gegenzusteuern) und wurde von den USA diktiert. Immer wenn Staaten versuchen, dass Dollar-Monopol, dass den USA u.A. den Weltmachtstatus gesichert hat, zu brechen (um unabhängiger und freier zu sein), gibt es den maximalen Gegenwind bis hin zu Krieg (z.B. Libyen). Die meisten Länder können sich nicht aus der Umklammerung lösen, weil die USA militärisch überlegen sind.
    Vorher hatte nahezu niemand ein Problem mit Putin, obwohl er da auch schon mordete, usw. und das ist genau der Punkt, den man als Heuchelei bezeichnen kann.

    Übrigens ist auch Assad erst ein "Böser" geworden, als er von Dollar in Euro umstellen wollte und eine Pipeline von Damaskus nach Europa plante. Vorher war der Mann fast schon ein vorbildlicher Partner für den Westen.

    Du liegst ja mit alldem richtig, aber der Grund für die einseitige Berichterstattung ist nicht, dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden, denn schau Dir doch mal unsere Partner wie Saudi-Arabien und viele andere an - der Westen hat(te) doch kein Problem mit diesen Regimen zusammen zu arbeiten und da interessieren uns die Menschenrechte bestenfalls auch nur am Rande.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2018
  11. RightyRight

    RightyRight Auswerter

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    Dann hört auf mit den Russen Geschäfte zu machen:licht:! Deutschland steht hinter der Annexion der Krim. Deutschland steht hinter dem Abschuss des Passagierflugzeugs in der Ukraine. Deutschland steht hinter der Wahlmanipulation in den USA. Deutschland steht hinter dem Giftgasangriff im Fall Skripal. Ich könnte noch ewig weitermachen... Wie kann es sein, dass dann die deutsche Regierung trotzdem den Russen, stand heute, immer noch Milliarden in den Arsch blasen?! Interessengesteuert oder nicht, die letzten US Sanktion aufgrund der Wahleinmischung waren logisch und stringent - hört auf in North Stream 2 Milliarden zu pumpen und wechselt endlich den Anbieter... Dieses ganze bla bla ist keinen Cent wert, wenn die russische Regierung und die russische Rüstungsindustrie mit Milliarden deutscher Euros unterstützt wird. Ich habe kein Problem damit wenn hierzulande permanent über den bösen Russen berichtet wird (und das ist de facto so, in der Schweiz gab es gestern neben rein regionalen News, quasi Medienübergreifend vor allem den Aufmacher, dass Hawking gestorben ist (NZZ/Tagesanzeiger). In Deutschland rangierte selbst die Wiederwahl Merkels hinter den Geschehnissen in GB...), aber hört doch endlich auf irgendwelche Spielchen zu spielen. Wenn Deutschland tatsächlich hinter den genannten Punkten steht, kann und darf es keinen Business mit den Russen geben. Aber hierzulande werden die Bürger ja selbst von der Automobilindustrie über den Tisch gezogen bzw. hat diese die Politik in der Tasche. Wie kann man dann verlangen, dass Frau Merkel gegen Putin wirklich Kante zeigt...

    Edit:

    Die gestrige Reaktion von May, was war das wieder ein Theater? Die Russen haben nach dem Ultimatum einer Atommacht und der Aufforderung der Nato man möge sich hierzu erklären, quasi schon die Atomwaffen scharf gestellt, das Ergebnis war aber die Ausweisung 23 Diplomaten und dass den Abramowitchs dieser Welt das Leben schwer gemacht wird?:laugh: Nicht ihr ernst...
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2018
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  12. Tuco

    Tuco MVP

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    Das Grundproblem (gilt auch @RightyRight ) ist doch in der Regel schlicht, dass für Regierungen die Interessen der Wirtschaft grundsätzlich deutlich wichtiger sind als alles andere, ob nun Menschenrechte, Umweltschutz, sozialer Frieden in der Gesellschaft oder was auch immer. Unabhängig davon, ob sie demokratisch gewählt sind, pseudo-demokratisch, offen diktatorisch, Monarchien oder sonstwas. Die Medien sind dabei entweder Teil der Wirtschaft oder als öffentlich-rechtliche von der Politik beeinflusst und immer noch marktwirtschaftlich denkend. Natürlich spielt da dann das "traditionelle" Bild des "bösen Russen" insofern auch eine Rolle, weil es sich in Deutschland schlicht gut verkaufen lässt.

    Man kann dazu dann sagen: Ist "unfair", weil unausgewogen. Ist auch nicht falsch. Aber: Die Konsequenz daraus kann doch nicht sein, zu sagen: "Die Russen sind böse, wir sind böse, die Amis sind böse, alle sind böse, also darf niemand kritisiert werden, denn es sind ja alle gleich!". Weil "der Westen" auch fragwürdige Politik macht und für Wirtschaftsinteressen buchstäblich "über Leichen" geht, heißt das deshalb doch noch lange nicht, dass man Russland nicht kritisieren darf, das ist doch eine schräge Logik. Man sollte auch bei "böse und böse" noch in der Lage sein, zu differenzieren. Heißt hier: Natürlich wäre es angebracht, wenn die "westliche" Politik im Schnitt kritischer kommentiert würde. Deshalb ist Kritik an Russland aber noch lange nicht falsch oder übertrieben. Bzw. die Forderung müsste sein, über den Rest kritischer zu berichten, und nicht "Russland endlich mal in Ruhe zu lassen" oder sowas.

    In Bezug auf Saudi-Arabien sind wohl auch schlicht die Erwartungen geringer, da muss ich an den Ausdruck "racism of low expectations" denken. Bei Ländern im Nahen Osten ist die Denkweise verbreitet, der Islam lässt sich ohnehin nicht mit Demokratie vereinbaren, also ist es wahrscheinlich normal, dass dort die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, das kennt man nicht anders. Während bei benachbarten europäischen Staaten die Ansicht vorherrscht, die müssten es ja eigentlich "besser können". Dazu sind die arabischen Länder auch einfach weiter weg, erst recht kulturell. Ist doch bei Katastrophen auch nicht anders: Da ist die Anteilnahme umso höher, je vergleichbarer das Land ist, irgendwo im Nahen Osten oder gar in der "Dritten Welt" mit anders aussehenden Menschen, die mehrheitlich eine andere Religion haben, sind die doch meistens kein großes Thema, während jeder Anschlag und jedes Unglück aus "dem Westen" die Medien dominiert.
     
  13. gosy

    gosy Stammspieler

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    Mh17 ..l Russland lügt und leugnet.... Krim Russland lügt und leugnet.... Syrien ? Der Großteil der Menschen hat nix von den Rohstoffen des Landes . Schaut mal raus aufs Land ... Steinzeit. Militär statt Bildung. Es gibt schon eine militätjugend wo die Kinder patriotisch erzogen werden... furchtbar. Sollen die doch unter sich bleiben. Im Ausland mag sie doch fast niemand .
     
  14. RightyRight

    RightyRight Auswerter

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    Sorry, @Tuco, finde Deine Argumente recht schwach. Deutschland hat, trotz offiziellen Aussagen und Sanktionen, 2017 Waren im Wert von knapp 26 Mrd. nach Russland exportiert und knapp 32 Mrd. importiert (klick). Das ist in beiden Bereichen ein Anstieg zu 2016 (plus knapp 19 bzw. 20%)! Der russische Staat besetzt also Teile der Ukraine, führt wiederum in anderen Teilen Krieg, fliegt Angriffe in Syrien gegen Unschuldige usw, Deutschland verurteilt das Ganze aber gleichzeitig steigt das Handelsvolumen? Man kann jetzt gerne wieder mit "Whataboutism" anfangen, in meiner Welt ist das einfach absurd. Anstelle, dass die Politik endlich radikal in die Wirtschaft eingreift, überlässt man es gefühlt den Medien "entsprechend" darauf zu reagieren. Und dann sind wir wieder beim 24/7 Russen "bashing" und Aussagen wie die von Gosy "im Ausland mag sie doch fast niemand"... Soweit ist es also schon gekommen?
     
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  15. TraveCortex

    TraveCortex All-Star

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    Absolut. Was man hier auch mal klar trennen sollte, ist, dass sich Deutsche und Russen grundsätzlich sehr gut verstehen und eine lange nachbarschaftliche Tradition haben. Nur weil Typen wie Putin Arschlöcher sind, darf man das nicht auf das Volk beziehen. Um so wichtiger ist, dass Deutschland/Europa und Russland sich wieder näher kommen, aber das wird erst nach Merkel möglich sein. Putin würde gern, tut aber auch nicht viel um das Vertrauen zu stärken, diplomatisch gesagt, daher würde das auch erst nach ihm möglich sein.

    Das ist aber keine Entschuldigung, warum man es bei einer Seite massiv kritisiert und mit der anderen zusammen arbeitet und das liegt wie gesagt daran, dass es vordergründig nicht um die Menschenrechte geht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2018
  16. Tuco

    Tuco MVP

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    Wir reden bzw. schreiben da wohl teilweise aneinander vorbei. Das ist natürlich nicht nur absurd, das ist verlogen, dem würde ich nie widersprechen. Klar ist nur genauso: "Konsequenter" wird man da nie werden, da Wirtschaftsinteressen immer ganz oben stehen, das ist doch das Grundproblem im Kapitalismus. Da mache ich mir auch keinerlei Illusionen, dass sich das ändern wird oder kann. Wenn man in der deutschen Politik Russland "verurteilt", ist das stets in allererster Linie für die Öffentlichkeit bestimmte Symbolpolitik, man wird da nie tatsächlich "konsequent" sein wollen, dazu ist man wirtschaftlich zu eng verflochten. Und klar, das ist verlogen, wie gesagt. Warum das in den meisten Medien kaum berichtet wird, liegt doch ebenso auf der Hand: Die meisten Leute wollen das weder hören noch lesen, da Kritik am eigenen Land schlecht ankommt, also berichtet man es nicht, damit würden sich die Medien nur selbst schaden.

    Andererseits darf man aber auch nicht vergessen: Man hätte wohl sogar noch weniger Einfluss auf die russische Innenpolitik, wenn es diese wirtschaftliche Verflechtung nicht gäbe. Denn dann hätten Sanktionen bzw. Androhung von Sanktionen erst recht keinen Effekt. Wie etwa bei Nordkorea. Und andere Möglichkeiten, da etwas zu bewirken, hat man von außen letztlich nicht.

    Mir geht es aber um etwas ganz anderes: Dies alles für Forderungen zu missbrauchen, Russland dürfe grundsätzlich nicht kritisiert werden, weil andere ja auch nicht besser seien, halte ich für völlig verfehlt und ehrlich gesagt auch reichlich bescheuert, bzw. eine nicht nur schwache, sondern gerade abenteuerliche "Argumentation". Alle Beteiligten halten amoralisch, wenn es um Wirtschaftspolitik geht, sicher - aber es gibt immer noch riesige Unterschiede in anderen Bereichen, wie Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaat und so weiter. In der Beziehung liegt in Russland eben vieles sehr viel mehr im Argen als im "Westen", und das muss natürlich angesprochen und kritisiert werden, was denn sonst? Alles andere wäre arg zynisch und auch gleichgültig den Betroffenen gegenüber.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2018
  17. TraveCortex

    TraveCortex All-Star

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    Jeder User hier, der Russland "verteidigt" hat, hat auch immer Putin und andere Zustände offen kritisiert. Es muss also zumindest die Frage erlaubt sein, woran Du das Fettgedruckte festmachst.

    Es fällt vielen Leuten einfach schwer zu akzeptieren, wenn man beide Seiten kritisiert - damit setzt man auch nichts gleich und ich wüsste auch nicht, wieso das so wirken sollte. Es ist doch offensichtlich, dass Europa und auch die USA rechtsstaatlich, demokratisch, usw. momentan über Russland anzusiedeln sind. Man könnte es natürlich immer mit dazu schreiben, aber ich zum Beispiel dachte, dass das einfach auf der Hand liegt.
     
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  18. Tuco

    Tuco MVP

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    Gut, das ist ja schon mal ein Anfang. Klar, es sollte auf der Hand liegen, aber was heißt das schon heutzutage... ;)

    Dann mal eine andere Frage: Du bist doch auch in Sachen Außenpolitik ein Anhänger der Positionen der Linkspartei. Wie stellt man sich das denn konkret vor, Auflösung der Nato und ein "neues Sicherheitssystem unter Einbeziehung Russlands"? Ist ja eine schöne Utopie, aber wie soll das mit einem "Partner" wie Putin und seiner Regierung bitte funktionieren? Erst recht seit dem Ukraine-Konflikt? Was würden etwa die baltischen Staaten dazu sagen, die bis zur Wende fast nur Besatzung kannten und wo bis heute die Angst vor Russland sehr stark ist, was man doch auch eigentlich nachvollziehen können sollte?
     
  19. Young Kaelin

    Young Kaelin 3 time NUSBTS-Champion, CAAO-Champion & p4p king

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    Mir gefällt die Diskussion ganz gut. Vor allem in Bezug auf "Differenziertheiten". wirtschaftliche Zusammenhänge werden offengelegt und gezeigt und das russische Handeln wird auch imo ganz gut in einen Kontext gelegt und die Defizite recht gut herausgearbeitet. Der Ton der Diskussion ist auch so, dass man interessiert mitliest.

    Bin mit @Tuco einig, dass man auch insbesondere das "Putin"-Russland kritisieren müssen darf und muss. Ich seh das als notwendig an, weil bestimmte Aspekte des Regimes Putin für mich schlicht nicht akzeptabel sind. Allerdings seh ich allen Ernstes niemanden hier im Forum, dem ich unterstellen würde, das im Wesentlichen anders zu sehen.

    Innen- und Aussenpolitisch möchte ich nicht in einem Land leben, das Putin-like geführt wird.

    Habe in Sachen Putin viele Diskussion auch mit Kasparov und anderen gehört. Mir hat das durchaus etwas die Augen geöffnet. Insbesondere auch seine Verweise auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge halte ich für nicht unbedeutend. Ich finde, da haben auch diverse User hier sehr zu Recht und klug darauf aufmerksam gemacht.

    Das längere Statement von @Le Freaque ist etwas vom besten, was ich in Sachen Russland aktuell gelesen habe. Es hat mir sehr gefallen.

    Zum bösen Russen: ich glaube an den bösen Russen sowenig, wie ich an den bösen Nordkoreaner glaube. Was Menschen aus diesem Russland insbesondere an Kultur und zig anderen Bereichen hervorgebracht hat und hervorbringt genügt allerhöchsten Ansprüchen.

    Kasparov wurde mal in einem Interview sinngemäss vor die Nase gehalten, dass der Russe eben autoritätsgläubig sei und einen Affekt zum totalitären System habe. Seine Antwort war so simpel wie überzeugend: er betrachtete das als kompletten nonsense und verwies auf West-/Ostdeutschland, auf Nord- und Südkorea und auf Taiwan/China. Es gibt für mich kein Volk das per se schlecht ist, aber es gibt Regime und Regierungen, die ihre Vertrauenschecks meiner Meinung nach nicht entsprechend einlösen. Dass dies nicht nur für Russland gilt, halte ich für geschenkt.
     
  20. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Stuttgart/Bamberg
    Ein ganzes Volk "schlecht" zu finden ist ja auch Nonsens. Gleichzeitig hat jahre- bzw. zum Teil jahrzehntelange Propaganda definitiv einen Effekt auf die Menschen, die dieser Propaganda ausgesetzt sind. Das kann man auch nicht ernsthaft leugnen. Und natürlich entwickelt sich über viele Jahre auch eine (politische) Kultur, die die Menschen prägt. Vor allem in ihrem Denken, aber darauf aufbauend auch auf ihren Handlungen.
     

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