Rechte Politik, linke Politik - heutzutage noch eine zeitgemäße Einordnung?

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von Ozymandias, 4. April 2018.

  1. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Das hängt wiederum davon ab, wo man sich selbst einordnet. ;)

    Anhand dieser Besipiele sollte immerhin deutlich genug werden, dass die alten Parameter konservativ = rechts in der heutzutage geltenden deutschen Gemegelage überholt sind.
    Und man sich nicht von äußerst rechten Standpunkten vertreten fühlen muss, als ob es keine andere - mit dem eigenen Gewissen vereinbare - Alternative gäbe, als die Alternative für Deutschland.

    Das ist dann nämlich eine moderne Sage.
     
    #61
  2. big D

    big D MVP

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    Wobei ich nicht sagen würde das Europa insgesamt nach rechts rückt, es sind gewisse Teile der Bevölkerung die unzufrieden sind und nach rechts abrutschen. Das die rechte szene in Europa angewachsen ist stimmt natürlich.

    Wobei das auch eine heterogene szene sind. Einige sind aus der damaligen neonazi ecke, andere sozial abgehängte der Globalisierung die einen Sündenbock suchen und wieder andere sind enttäuschte konservative die traurig sind das ihre konservative Volkspartei heutzutage das “gedöns“ eher ausklammert und zur neuen FDP wird.

    Insofern ist es teilweise auch eine Bündelung und Neuorientierung.
     
    #62
  3. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    @big D: Eine Neu-Orientierung, die keine Tabus mehr hat zu eindeutig rechtsextremen Thesen und Parolen.

    Selbst wenn diese neue gewachsene (europäische) Rechte eine sehr heterogene Gruppe ist, die auch Politikverdrossene, Angstbürger, Wutbürger und Spinner vereint, sowie ein Repertoire von (einstmals konservativen Parteien) enttäuschten konservativen Wählern.

    Kann man daraus ableiten, dass die "Konservativen" insgesamt einen Linksruck erfahren haben?

    Das können doch höchstens die "konservativsten Wähler" reklamieren, die schon mit modernen Anwandlungen, wie rassischer, religiöser und geschlechtlicher Gleichberechtigung, ein Problem haben.

    Müssen die sich jetzt mit den extrem Rechten gemein machen, obwohl sie mit der Mehrzahl an vertretenen Thesen und Parolen nicht einverstanden sind?

    Bildlich gesehen mussten sich "die Rechts-Konservativen" einfach nach links auspegeln, wenn sie von rechts überholt werden. Zumal, wenn der selbst gewählte Standpunkt woanders liegt - weil ganz außen Rechts für einen heutigen Konservativen kein gewünschter Aufenthaltsort mehr ist.

    Wirklich? Schubladendenken ist natürlich eh' doof, da in einer Schublade keine offene Diskussionsbasis möglich ist. Was verstehst Du bspw. unter einem dogmatischen Linken?

    - da würde ich dich bspw. sowas von rechts-konservativ überholen. Ich bin (zahlendes) Mitglied der römischen Katholiken und habe damit kein Problem. Ich habe auch kein Problem mit einer Religion an sich. Wem es gefällt, damit niemandem sonst auf den Wecker geht, sich bloß nicht etwas Besonderes deswegen rausnimmt, soll damit zufrieden sein.
     
    #63
  4. big D

    big D MVP

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    na ja zumindest die merkel CDU hat ja viele ehemals konservative positionen aufgegeben. "links" ist merkel natürlich nicht, aber sie hat ja z.b den kampf gegen die homo ehe aufgegeben und auch anderes konservatives "gedöns" hat sie ausgeklammert. als konservativer außerhalb bayern bleibt da ja nur die Afd wenn einem das bei der CDU fehlt. das in dieser partei auch rechtsradikale kräfte sind stimmt natürlich.

    gesellschaftlich sind die normalen konservativen parteien nunmal liberaler geworden weil das der zeitgeist ist. in ländern mit 2 parteiensystemen wie die USA oder GB sieht das anders aus, aber in vielen europäischen ländern sind teile des rechten flügels der konservativen volksparteien weg von ihren parteien hin zu rechten parteien.

    einen teil dieser leute könnten konservative mit einem rechteren programm schon zurückgewinnen. in bayern hat z.b die AFD 2% weniger als im bundesschnitt geholt obwohl die bayern sicher nicht weniger rassistisch sind. aber da deckt halt die CSU durch ihre rechten phrasen die sie ab und zu dreschen einen teil dieses spektrums ab.


    natürlich ist es nicht sinnvoll das die CDU so weit nach rechts rückt das sie die mehrheit der AFD wähler zurückholt, aber zumindest der "linke" rand der AFD könnte man vermutlich schon zurück holen, genau wie die SPD teile der LP eventuell zurückholen könnte.

    das ist einfach eine aufspaltung des spektrums. früher hat die CDU den liberalen und den rechtskonservativen rand abgedeckt und die NPD/REP... den rechtsradikalen, heute vereint die AFD rechtskonservative und Nazis.

    bei der SPD ist ja das gleiche passiert, der sozialistische und klassenkämpferische rand der SPD hat sich mit der ehemaligen SED zur linkspartei zusammengeschlossen.

    die frage ist halt ob es sich für SPD und CDU lohnen würde etwas von der mitte wegzugehen. sie könnten sicher am rand gewinnen, aber würden sie dann dafür in der mitte (z.b an die FDP) verlieren? und wie viel müssten sie ändern um die gewechselten zurückzuholen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2018
    #64
    Luke und theGegen gefällt das.
  5. Le Freaque

    Le Freaque Moderator

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    Sorry, aber das stimmt nicht. Bei der Bundestagswahl holte die AfD bundesweit 12,6%, in Bayern 12,4% - so viel wie in keinem anderen "alten" Bundesland. Es ist im Gegenteil so, dass die AfD dort die niedrigsten Ergebnisse erreicht hat, in denen die SPD stärker als im Bundesdurchschnitt war - und das sind auch keine Länder, in denen die CDU mit besonders konservativem Profil auftritt. Das ist eigentlich so ziemlich das Gegenteil deiner These, auch wenn sie gedanklich sehr naheliegend ist. Die Ergebnisse der Bundestagswahl geben diese Interpretation aber nicht her.
    Hier das Ergebins nach Bundesländern
     
    #65
  6. big D

    big D MVP

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    14.239
    Stimmt, die 10% die ich gesehen habe waren erststimmen.
     
    #66
  7. Blayde

    Blayde All-Star

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    Noch mal: Die AfD hat doch nie im Leben auch nur einen einzigen Wähler aufgrund von Homoehe gewonnen!? Bei dem Thema ist die CDU nach links gerückt und ganz Deutschland inklusive CDU-Stammwähler ist glücklich damit bzw. kann es zumindest akzeptieren. Ich weiß auch gar nicht, wie die AfD dazu steht und wette, 90% der AfD-Wähler wissen das ebenso wenig.
    Du hast es nur beispielhaft genannt, ok, aber es läuft doch da am Ende auf die Flüchtlinge, Immigranten und den Islam hinaus und nichts anderes.
     
    #67

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